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Marktbericht für die Vermietung von Logistikimmobilien- und Industrieflächen im Großraum Frankfurt / Rhein-Main-Gebiet für das 1. Halbjahr 2018

Mit rund 300.000 qm umgesetzter Industrie-/Logistikfläche durch Eigennutzer und Mieter erzielte der Frankfurter Logistikimmobilienmarkt ein ähnlich starkes erstes Halbjahr wie 2017 (H1 2017: 303.000 qm). Laut der aktuellen Analyse des Immobilienberatungsunternehmens Realogis liegt das Ergebnis damit 5 % über dem 5-Jahresdurchschnitt (287.000 qm).

Vor dem Hintergrund der guten Wirtschaftslage ist die Nachfrage nach Logistikflächen weiterhin ungebremst. Viele Logistikunternehmen versuchen Synergien zu nutzen und sind dabei, Standorte zusammenzulegen und ihre Flächenkapazitäten zu vergrößern. Zudem beobachtete Realogis, dass Logistikunternehmen und deren Auftraggeber mittlerweile auch wieder bereit sind, langfristigere Verträge abzuschließen. Das ist ein sehr gutes Signal für die Metropolregion Rhein-Main.

Aufgrund des hohen Angebots von Neubauentwicklungen gepaart mit der für die Logistik wichtigen Nähe zum Flughafen und zu den relevanten Straßenverkehrsträgern fand mit rund 70 % der meiste Umsatz in Rhein-Main-Süd* statt. Beispiele hierfür sind Groß-Vermietungen in Bischofsheim (Stute Logistics), Groß-Gerau und Kelsterbach (REWE). Daher wurde die Mehrheit dieser spekulativ errichteten Neubau-Logistikimmobilien zwischenzeitlich durch Großabschlüsse fast vollständig vermietet.

Stark nachgefragt waren weiterhin auch City-/ Logistik-Flächen, d. h. Einheiten für die "lastmile"-Logistik zu den Endkunden in der Größenordnung 5.000 bis 9.000 qm. Für dieses Segment stehen allerdings weiterhin sehr wenige Objekte zur Verfügung.

Die Spitzenmietpreise werden mit 6,95 Euro/qm in Rhein-Main-Süd erzielt, gefolgt vom Stadtgebiet Frankfurt sowie Rhein-Main-West mit 6,50 Euro/qm.

 
Logistik Immobilien Marktbericht


Mietpreise 1. Halbjahr 2018 in €/m²

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Relevante Abschlüsse im 1. Halbjahr 2018

Die größten von Realogis notierten Mietvertragsabschlüsse wurden gezeichnet von toom Baumarkt mit ca. 30.000 qm in Rodgau und von REWE mit ca. 31.000 qm am "M-Port³" im "Mönchhof" in Kelsterbach. Damit liegen sie jedoch noch unter dem Top-Deal des Vorjahres von KV Nagel in Trebur mit ca. 43.000 qm.

toom Baumarkt, Rodgau, 30.000 qm
REWE, Kelsterbach, 31.000 qm


Prognose 2018

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus wird auch weiterhin eine starke Nachfrage nach unbebauten Grundstücken sowie Bestandsobjekten zum Kauf durch Unternehmen als Eigennutzer verzeichnet. Da im gesamten Rhein-Main-Gebiet Grundstücke auf der grünen Wiese fehlen, liegt der Fokus zwangsläufig auch auf „brown-fields“, d. h. alten und nicht mehr genutzten Brachen, die durch Sanierung bzw. Neubauentwicklungen wieder neu in den Immobilienzyklus aufgenommen werden.

Für den Verlauf des Jahres rechnet Realogis mit einer weiterhin lebhaften Entwicklung auf dem Frankfurter Logistikmarkt. Allerdings stehen Bestandsflächen kaum zur Verfügung. Nahezu alle Gesuche werden in den derzeitigen Neubauten fündig. Auch hier sind mittlerweile die meisten Flächen reserviert oder in konkreten Verhandlungen.

Realogis schaut dennoch zuversichtlich in die Zukunft, da weitere Neubauobjekte bezugsbereit an den Markt kommen, teilweise spätestens im Geschäftsjahr 2019 wie u. a. auch eine große Neuentwicklung im Teilmarktgebiet „Rhein-Main-Ost“. Hinsichtlich des Gesamtergebnisses 2018 prognostiziert Realogis mit 550.000 bis 580.000 qm einen ähnlich starken Flächenumsatz wie 2017.

Fakten

  • Frankfurter Logistikmarkt weiter durch Großabschlüsse geprägt, allerdings etwas geringer als im Vorjahr
  • Weit über die Hälfte des Flächenumsatzes in der „Region Rhein-Main-Süd“
  • Derzeitige im Bau befindliche Projektentwicklungen mittlerweile fast vollständig vermietet, kaum Leerstand in Bestandsgebäuden
  • Investoren suchen aufgrund des Flächenmangels auch Industriebrachen zur Neuentwicklung
  • Prognose: Jahresumsatz von 550.000 qm möglich aufgrund weiterhin großer Neubau-Aktivität


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